Vom Tier aufs Sofa – so entsteht Ihre Ledercouch

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

wenn auch Sie zu Haus ein Ledersofa oder sogar eine ganze Garnitur stehen haben, haben auch Sie sich vielleicht schon mal gefragt, wie so ein Sofa entsteht. Wie viele Schritte sind nötig, bis das Sofa fertig gestellt ist? Und was ist eigentlich Gerben? Die eine oder andere Frage kann ich Ihnen heute zum Thema Ledersofa beantworten.

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Ich werde Ihnen heute den Weg von der Tierhaut, über die industrielle Verarbeitung in der Gerberei bis hin zum fertigen Sofa, vorstellen.

Zuerst werden die abgezogenen Häute mit dem Fell der Rinder zur Gerberei transportiert. Vor dem Transport müssen diese gesalzen werden, um zu verhindern, dass sie zu faulen beginnen. Nach der Ankunft in der Gerberei werden die Häute erst einmal gewaschen und weichen ein. Die ersten Verunreinigungen werden so entfernt. Nachdem die Haut gequollen ist, werden Kalk und schwefelhaltige Stoffe (Zusammensetzung ist meist Betriebsgeheimnis) hinzugefügt, sodass sich die Haare ablösen. Dieser Vorgang nennt sich Äschern.

Nach dem Äschern werden die immer noch sehr dicken Häute (ca. 1 cm Dicke) gespalten. Hierfür wird das Leder quer gespalten, sodass man zwei Hälften erhält: die Narbenseite und die Fleischseite. Letztere wird weiter zu Velourleder verarbeitet. Genauere Infos können Sie in unserem Blogbeitrag zu Ledertypen nachlesen.

Weiter geht’s also mit der glatten Seite, also der Narbenseite. Diese wird nun in den eigentlichen Gerbvorgang gegeben. Hierbei werden die Häute mit Wasser und weiteren, teilweise chromhaltigen Chemikalien, in eine Trommel gegeben. Ein neueres, umweltschonenderes Verfahren ist die Gerbung mit Olivenöl. Generell entsteht beim Gerbungsprozess sehr viel Abfall, der auch hochgiftig sein kann. In Deutschland gibt es deshalb sehr hohe Umwelt- und Sicherheitsauflagen, damit die Umwelt nicht durch den Aufbereitungsprozess verschmutzt wird. Hierfür müssen Gerbereien z.B. eine eigene Kläranlage betreiben, in der das Abwasser aufbereitet wird. Heutzutage dauert der Gerbungsprozess ca. 24 Stunden. Früher hat dieser bis zu 2 Jahre gedauert. Durch die heutigen technische Mitteln und Maschinen werden alle Prozesse effizient beschleunigt.echtes_leder_logo - homesofa

Nach der Gerbung wird das überschüssige Wasser aus der Haut gepresst. Dieser Vorgang beschleunigt die Trocknung. Für die Trocknung gibt es mehrere Verfahren: entweder werden die bereits gegerbten Häute in der Halle zur Trocknung gespannt und aufgehängt. Dieses Verfahren dauert allerdings bis zu 2 Monate. Die Vakuum-Trocknung ist die kurzweiligste Trocknung. Hierbei werden die gegerbten Häute in ein Behältnis gegeben, indem ein Vakuum entsteht und Wärme zugeführt wird. Dieses Verfahren wird für sehr hochwertige Leder benutzt, die später z.B. Luxusautos auskleiden. Eine weitere Trocknung ist ganz einfach das Föhnen. Hierbei läuft das Leder über ein Band unter einem riesigen Föhn hindurch – ähnlich wie bei der Autowaschanlage.

Nach der Trocknung folgt die Qualitätskontrolle. Nach dem Prozess des Haltbarmachens kann erst beurteilt werden, welche Qualität eine fertige Haut hat. Jetzt werden die Häute nach gröberen Fehlern, wie Narben, Brandzeichen oder Parasitenspuren überprüft und ggf. aussortiert. Wenn die Haut die Qualitätskontrolle überstanden hat, wird sie gefärbt. Nach dem Gerbungsprozess mit chromhaltigen Chemikalien hat das Leder einen hellblauen Stich. Diesen gilt es überzufärben. Dies geschieht vollautomatisch, sodass ein gleichmäßiges Ergebnis erzielt wird. Hierbei sprüht eine Maschine einen Film aus Farbe gleichmäßig auf das ausgebreitete Leder. Anschließend werden die fertigen Leder noch über Nacht in eine Trommel zum „Durchklopfen“ gelegt. An dieser Station werden die Leder noch einmal weich geklopft, sodass sie einen geschmeidigen Griff bekommen. Eine industrielle Gerberei produziert täglich bis zu 1.500 Leder. Hätten Sie’s gewusst?

 

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Kultsessel von Le Corbusier

Nach der Verarbeitung in der Gerberei werden die fertigen Leder im ganzen Stück an den Möbelhersteller geliefert, u.a. auch an Homesofa. Auch hier erfolgt noch einmal eine Qualitätskontrolle, bei der kleinste Fehler entfernt werden, sodass das Sofa später eine ebenmäßige Struktur aufweist. Das große Leder wird auf einen Schneidetisch gelegt und durch einen Laser werden alle programmierten Stücke, die zurechtgeschnitten werden sollen, optimal auf die Haut projeziert, um möglichst wenig Abfall zu generieren. Danach schneidet die Maschine ebenfalls automatisch die Stücke zurecht. Über 200 Einzelstücke werden teilweise für ein hochwertiges Ledersofa benötigt. Für ein Ledersofa wiederum, werden bis zu 7 Häute verwendet.

 

Nach dem Zuschnitt werden alle Stücke per Hand mit einer speziellen Nähmaschine aneinander genäht. Erst später werden z.B. extra auffällige und farblich abgesetzte Ziernähte hinzugefügt. Diese veredeln das Möbelstück schließlich noch und haben nicht die hauptsächliche Funktion, das Sofa zusammenzuhalten. Schließlich wird das komplette Sofa zu Ihnen nach Hause geliefert.

produktbild3_468x220_candy_intermezzo_1Vielleicht haben Sie nun einen kleinen Eindruck und Einblick in die Produktion eines Möbelstücks aus Leder bekommen. Auch industriell ist der Prozess noch relativ aufwendig, doch lange nicht so schädlich für den einzelnen Arbeiter hierzulande, wie z.B. in Marokko. In ausländischen Ledern finden sich oft noch viele giftige Chemikalien und Substanzen wieder. In Deutschland hingegen gibt es strenge Auflagen für Gesundheit und Umwelt, sodass Sie sich beim Kauf eines Deutschen Ledersofas, z.B. von Casanotti, Harvey Benson, Koinor oder W. Schillig, keine Gedanken machen müssen. Diese Hersteller produzieren ausschließlich komplett in Deutschland unter sehr hohen Standards. Hochwertige Sofas der oben genannten Manufakturen erhalten Sie auch bei homesofa.de.

Also, halten Sie beim nächsten Ledersofa die Augen auf und fragen Sie nach!